Begriffe zu Entscheidungen, Aufenthalt und Umgang
- Legal custody (Entscheidungsbefugnis) – bezeichnet in vielen US-Bundesstaaten, wer wichtige Entscheidungen etwa zu Schule und Gesundheit treffen darf. Das ist nicht automatisch dasselbe wie das deutsche Sorgerecht.
- Physical custody (Lebensmittelpunkt des Kindes) – beschreibt häufig, bei wem das Kind überwiegend lebt. Entscheidungsbefugnis und Lebensmittelpunkt können getrennt geregelt sein.
- Joint / sole custody (gemeinsam / allein) –
jointbedeutet meist geteilt,solemeist einem Elternteil zugewiesen. Welche Rechte damit verbunden sind, steht in der gerichtlichen Regelung. - Parenting time oder visitation (Umgangszeiten) – der Plan dafür, wann das Kind Zeit mit jedem Elternteil verbringt. Im deutschen Recht ist hierfür in der Regel
UmgangoderUmgangszeitpassend. - Custodial / noncustodial parent (hauptbetreuender / anderer Elternteil) – US-Bezeichnungen, die je nach Bundesstaat unterschiedlich definiert sind und sich etwa auf Verfahren oder Unterhalt auswirken können.
Personen und Rollen
- Guardian ad litem (GAL) – eine gerichtlich bestellte Person, die Interessen des Kindes schützt oder vertritt. Aufgaben und Befugnisse unterscheiden sich erheblich. Die Bestellungsanordnung ist entscheidend. Ein GAL ist nicht automatisch mit einem deutschen Verfahrensbeistand gleichzusetzen. Siehe Vorbereitung auf einen GAL.
- Custody evaluator (Fachperson für eine Begutachtung) – eine vom Gericht bestellte Fachperson, die bestimmte Fragen prüft und Ergebnisse oder Empfehlungen vorlegt. Verfahren und Rolle unterscheiden sich je nach Bundesstaat.
- Mediator (Mediatorin oder Mediator) – eine neutrale Person, die Eltern bei einer Einigung unterstützt, den Streit aber nicht selbst entscheidet. Siehe Mediationsvorbereitung.
- Parenting coordinator (Koordination in Elternkonflikten) – eine Rolle, die manche US-Gerichte einsetzen, um Eltern bei der Umsetzung einer bestehenden Regelung zu unterstützen. Befugnisse ergeben sich aus dem örtlichen Recht und der Bestellungsanordnung.
Verfahrensbegriffe
- Best interests of the child (Kindeswohl) – der rechtliche Maßstab für Entscheidungen über Sorge und Umgang. Welche Faktoren ein Gericht prüfen muss, hängt vom anwendbaren Recht ab.
- Parenting plan (Elternplan) – ein Dokument oder eine gerichtliche Regelung zu Themen wie Zeiten, Feiertagen, Übergaben und Entscheidungen. Der vorgeschriebene Inhalt ist nicht überall gleich.
- Ex parte – ein Antrag, der zunächst ohne Beteiligung der anderen Seite behandelt wird. Das Verfahren wird häufig bei dringenden Fragen genutzt. Regeln und Mitteilungspflichten unterscheiden sich jedoch.
- Discovery (förmlicher Informationsaustausch) – ein US-Verfahren, in dem relevante Informationen und Unterlagen ausgetauscht werden. Aufzeichnungen können angefordert werden. Deshalb sollten sie sachlich und konkret sein.
- Contempt (gerichtlich festgestellter Verstoß) – eine gerichtliche Feststellung, dass jemand eine Anordnung oder rechtliche Pflicht missachtet hat. Voraussetzungen und Folgen unterscheiden sich. Ein Sorgerechtsjournal kann Unterlagen ordnen, stellt einen Verstoß aber nicht selbst fest.
Begriffe aus Betreuungs- und Umgangsplänen
- Right of first refusal (Vorrangangebot an den anderen Elternteil) – steht eine solche Klausel im Plan, muss ein Elternteil benötigte Fremdbetreuung unter bestimmten Voraussetzungen zuerst dem anderen Elternteil anbieten. Die Klausel sollte Auslöser, Ausnahmen und Fristen nennen.
- Supervised visitation (begleiteter Umgang) – Umgang in Anwesenheit einer zugelassenen Person oder Stelle. Die gerichtliche Regelung sollte die Bedingungen festlegen.
- Make-up time (Ersatzzeit) – zusätzliche Umgangszeit als Ausgleich für ausgefallene Zeit. Halten Sie getrennt fest, ob sie angeordnet, vereinbart und tatsächlich wahrgenommen wurde. Siehe Umgangszeiten dokumentieren.
Casewell
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Kostenlos testenWas ist der Unterschied zwischen legal custody und physical custody?
In vielen US-Bundesstaaten betrifft legal custody wichtige Entscheidungen, während physical custody den Lebensmittelpunkt des Kindes beschreibt. Beides kann getrennt geregelt werden. Diese Begriffe sind keine direkten Übersetzungen des deutschen Sorge- und Umgangsrechts.
Was bedeutet right of first refusal in einem Elternplan?
Eine solche Klausel kann verlangen, dass benötigte Fremdbetreuung zuerst dem anderen Elternteil angeboten wird. Sie gilt nur, wenn der maßgebliche Plan oder die gerichtliche Regelung sie enthält. Prüfen Sie dort Auslöser, Ausnahmen, Mitteilungsweg und Antwortfrist.
Was macht ein Guardian ad litem?
Das hängt vom Bundesstaat, von der Verfahrensart und von der Bestellungsanordnung ab. Ein GAL kann Interessen des Kindes untersuchen, vertreten oder auf andere Weise schützen. Die Anordnung erklärt, welche Aufgaben und Befugnisse im konkreten Fall gelten.
Quellen

